Bauprojekte digital überwachen heißt heute weit mehr als ein paar Webcams aufstellen. Ein modernes Setup kombiniert Live Bilder, Cloud Speicher, Sensorik und ein Cockpit, in dem Bauleitung, Bauherr und Geschäftsführung jederzeit den Status sehen können. Wer einmal damit gearbeitet hat, will nicht mehr zurück zu Papier Bautagebüchern und WhatsApp Updates.
Welche Werkzeuge gehören zur digitalen Bauüberwachung?
Im Zentrum steht meist eine 6K Panoramakamera mit 220° Sichtfeld, die das gesamte Baustellenareal in einem Bild erfasst. Ergänzt wird sie durch Outdoor Überwachungskameras für Sicherheit, optional mit Bewegungssensoren und einer Anbindung an einen Wachdienst. Wettersensoren liefern objektive Daten für Bautagebücher, GPS Tracker auf Maschinen verhindern Diebstahl. Alles fließt in eine zentrale Plattform zusammen, das Cockpit.
Wie unterstützt das Cockpit die Bauleitung im Alltag?
Die Bauleitung ruft jederzeit auf Smartphone oder PC den aktuellen Stand der Baustelle ab. Bei Verzögerungen lässt sich rückblickend nachweisen, an welchem Tag welche Witterung herrschte oder ob Material rechtzeitig geliefert wurde. Wir hatten einen Generalunternehmer, der sich durch die rückwirkende Wetterauswertung im Cockpit eine größere Schadensersatzforderung vom Hals geschafft hat, weil belegt war, dass an drei zentralen Tagen Sturmwarnung galt.
Welche typischen Stolperfallen gibt es beim Einstieg?
Viele unterschätzen die Bedeutung der Datenhoheit. Eine Cloud, die in den USA oder Singapur steht, ist DSGVO rechtlich heikel und in vielen Konzernen schlicht verboten. Auch die Bandbreite vor Ort wird oft zu optimistisch eingeschätzt. Ohne stabilen LTE Empfang funktioniert die beste Kamera nicht. Vor dem Projektstart lohnt sich ein kurzer Vor Ort Termin, bei dem Empfang, Stromanschluss und Sichtachsen geprüft werden. Eine Stunde vorab spart später Wochen.